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Die Geschichte der Aromatherapie HEADING_TITLE
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Antike

Es war einmal...

 

Die Verwendung von ätherischen Ölen und Pflanzenextrakten und ihre heilenden Fähigkeiten geht über Tausende von Jahren zurück. Erst 1928 prägte der französische Chemiker Rene Maurice Gattefosse den fachlichen Begriff „Aromatherapie".

ancientTimesDie älteste bekannte Aufzeichnung über die Verwendung von Pflanzen für medizinische Zwecke geht zurück auf 10.000 v. Chr., sowie Niederschriften altertümlicher Stämme und die Ägypter belegen ein großes Wissen über Kräuterarzneien, was zurückgeht bis 2500 v. Chr. Auf jeden Fall ist es „Das Ebers Papyrus" (1800 v. Chr.), welches das Wissen über Pflanzen zeigt und die Verwendung von aromatischen Arzneien für innere und äußere Probleme, sowie für das Wohlbefinden der Haut und der Atmung beschreibt. Sogar die altertümlichen Ägypter erfanden eine elementare Destillationsmaschine für die Rohgewinnung von Zedernholzöl. Sie stellten eine Mixtur aus Ölen wie Gewürznelke, Zimt, Muskatnuss und Myrre her, um den Leichnam damit einzubalsamieren. Um dieselbe Zeit begann der Kaiser von China Shen-Nung, welcher 2838 v. Chr. regierte, mit der Zucht und Herstellung von Medizin auf Kräuterbasis. Die heilige Schrift „The Yellow Emperor's Classic of International Medicine" (2.598 v. Chr.) wies auf die Methode des Drückens hin, der Vorläufer der Akupunktur. Zu dieser Zeit wussten schon die Chinesen aromatische Pflanzen als Weihrauch während religiösen Zeremonien anzuwenden. Kurze Zeit später beschreibt die heilige Schrift „Rig Veda" in Indien über Tausende von Pflanzen und ihre heilenden Fähigkeiten. Ebenso gibt es einen Beweis dafür, dass sich in Kaschmir ein Rosenextrakt befindet, der durch zweimalige Destillation aus Rosenwasser gewonnen werden konnte. Medizinische Schriften von circa 1700 v. Chr. führen auf, dass die Babylonier Myrre als ein Bestandteil vieler Rezepte und die „Essenz von Zedernholz" benutzten, was man als Grundwissen der Destillation sehen kann.
 
egyptian Jedoch waren die Ägypter die einflussreichste Zivilisation und ihr Wissen wurde von Ägypten und Mesopotamien bis zu den alten Griechen verbreitet, wo der Pflanzenkenner Asclepius (welcher um 1250 v. Chr. praktizierte) und seine Töchter Panacea und Hygiea auf deren Kenntnis aufbauten. Wie auch immer, das Wissen über Pflanzen wurde hauptsächlich durch die weit verbreiteten Praktizierenden unter dem „Vater der Medizin" Hippokrates (460-377 v. Chr.) geprägt und die Wissenschaft wurde basierend auf Diagnose und Behandlung erweitert. Hippokrates erforschte nicht nur die Pflanzenmedizin, welche heute immer noch verwendet wird, sondern praktizierte auch die Anwendung für aromatische und medizinische Zwecke und war ein großer Befürworter der Massage und pflanzlichen Bäder. Theophrastus ist bekannt als der Gründer der Pflanzenkunde und hatte vor allem Interesse an pflanzlichen Düften. Megallus, ein Parfümeur, stellte ein Duft namens Megaleion her, bestehend aus Myrre und einer fetthaltigen Ölbasis, welcher als Kosmetika wegen des Aromas verwendet wurde, aber auch als Medizin auf Grund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften und Fähigkeiten Hautverletzungen zu heilen.
 
romanDie Römer verwendeten Pflanzen in vielen Bereichen für medizinische Zwecke und, von den Ägyptern abgeschaut, destillierten sie aromatische Wässer und benutzten diese in verschiedenen Weisen mit Massageölen. Pedanius Dioscorides, 60 n. Chr., beschrieb in seinem fünfbändigen „De Materia Medica" die Fähigkeiten von ungefähr 600 Pflanzen, einschließlich wie sich die chemische Zusammensetzung der Pflanze verändern kann, abhängig vom Boden, der Jahreszeit, des Alters der Pflanze, etc. Seine Bände dienen als Vorläufer aller pharmazeutischer Texte. Claudius Galen (131-201 n. Chr.) fuhr damit fort und schrieb über 500 Abhandlungen über alle Aspekte der medizinischen Wissenschaft und der fachliche Ausdruck „Galenik" wird heute noch benutzt um Drogen und ihre medizinischen Bestandteile aus Pflanzen und Tieren zu beschreiben.

islamicIm 9. Jhd. schrieb der irakische Gelehrte Al-Kindi (800-870 n. Chr.) umfangreich über ätherische Öle. Aus seiner medizinischen Formelsammlung geht hervor, dass er die Destillation ätherischer Öle vollendet hat und dass er das Wissen besaß, natürliche Substanzen zu trennen und zu reinigen. Das deutet darauf hin, dass während dem frühen Mittelalter die Araber die Destillation aufleben ließen und vor allem verbessert haben. Er schrieb auch „Das Buch über die chemische Zusammensetzung" von Parfüms und Destillationen, welches über 100 Rezepte enthält für die Nutzung ätherischer Öle und es zeigt eines der ersten Diagramme, welches den Ablauf des Destillationsprozesses darstellt. Im 11. Jhd. wurde der Mediziner und Philosoph Avicenna in Persien geboren, welcher die 5-bändige medizinische Enzyklopädie „al-Quanun fi al-Tibb" (Der Grundsatz der Medizin) schrieb. Des Weiteren war er der Erfinder eines kühlenden Rohres, womit man den Pflanzen das Öl entzieht. Das kühlende Rohr ermöglichte dem Dampf der Pflanze effektiver zu kühlen, was dabei half, die heilenden Eigenschaften der gewonnenen Öle zu bewahren.
 
middleAgesUm die gleiche Zeit verfeinerten die Alchimisten in Europa den Destillationsprozess während ihrer Suche nach Gold. In der hippokratischen Medizin wurde behauptet, dass die 4 Eigenschaften Nervosität, Lebhaftigkeit, Lympatik und Gereiztheit mit den 4 Elementen Erde, Luft, Feuer und Wasser übereinstimmen. Destillation wurde als Symbol der Reinigung und Konzentration spiritueller Kraft angesehen, als ein fehlendes Element der „Quintessenz". Die Stufen des Destillationsprozesses den Stufen der inneren psychischen Umwandlung gleichgestellt, Auflösung und Verschmelzung, Trennung (schwarz, Führung) und Extraktion (weiß, Quecksilber), Verschmelzung (rot, Schwefel) und Sublimation (gold, ........). Sie glaubten, es müsse ein feineres Element geben, das 5 Element oder „Äther" und sie dachten, sie hätten es gefunden. Somit begann der Gebrauch des Wortes „ätherisch" für die aromatischen Öle aus Pflanzen. Zur gleichen Zeit wurde der Angelsächsische Band „The Leech Book of Bald" geschrieben, dessen Schwerpunkt hauptsächlich der magische Gebrauch von Kräutern und Blumen war. Im 12. Jhd. schrieb Hildegard von Bingen die medizinische Reihe „Physica", welche viele pflanzliche Rezepturen, sowie viele Hinweise zur Pflanzenkunde der damaligen Zeit beinhaltet. Ebenso züchtete und destillierte sie Lavendel für medizinische Zwecke. Während dem 14. Jhd. begannen die Menschen durch das Aufkommen der Pest und anderer Plagen den Zusammenhang zwischen Aromen und Gesundheit zu verstehen, ebenso glaubte man vorwiegend „böse Geister" vertreiben zu können. Die Bürger vieler Länder besaßen Räume, welche sie dazu nutzten, aromatische Wässer und pflanzliche Arzneien zu destillieren. Während dem 15. Jhd. (Zeit der Renaissance) wurden verschiedene Essenzen weit verbreitet, einschließlich Zedernholz, Weihrauch, Wacholder, Rose und Weise, wenn auch zumeist aufgebrüht, waren sie fast wie destilliert. Dies war also eine Zeit der großen Erforschung und viele neue Pflanzenarten wurden in Europa eingeführt. Außerdem wurde durch die Erfindung der Druckerpresse eine Menge medizinischer Texte quer über Europa herausgebracht. Während dieser Zeit prägte der in der Schweiz geborene Alchimist und Radikaldenker Paracelus (149-1541) den fachlichen Ausdruck „Essenz". Seine Studien zweifelten die Natur der Alchimie von Grund auf an, ebenso war er darauf bedacht, den tatsächlichen Bestandteil einer Pflanze zu identifizieren.
 
c17thIm 16. und 17.Jhd. eröffneten viele Apotheker, der meist bekannteste war Nicholas Culpeper (1616-1654). Er eröffnete eine Apotheke in London, in welcher er die Beobachtung und den Gebrauch von Pflanzen mit deren astrologischer Natur kombinierte und 1664 wurde „Das Pflanzen Buch" in Deutschland veröffentlicht, welches die Verwendung von über 3000 europäischen Pflanzen beschreibt. Im nächsten Jahrhundert wurde der Gebrauch von ätherischen Ölen in der Medizin alltäglich und die Rückkehr der Beulenpest ließ das Verlangen nach Aromen ansteigen.
 
 
c19th Im 19. Jhd. wurde die Parfümerie zu einem sehr erfolgreichen Gewerbe, besonders erfolgreich war es in Frankreich in den Regionen Montpellier, Narbonne und Grasse. Die Mode besonderer Parfümflaschen wuchs und ebenso begannen die Wissenschaftler die meisten Bestandteile der ätherischen Öle zu identifizieren und kategorisierten diese als „geraniol", „citronellol", etc., welche die Basis von vielen modernen Drogen sind. Im frühen 18. Jhd. entwickelte der Schwede Per Henrik Ling einen Aufbau der Massage, basierend auf dem Wissen über Gymnastik, Anatomie und Physiologie. Diese entwickelte Anordnung der Art der Massage wird heute in der Aromatherapie angewandt.
 
 
c20thAn der Wende zum 20. Jhd. brachte W. Hale-White, ein Physiker und Medizin-Dozent am Gyu's Krankenhaus in London „Pharmakologie und Therapie" heraus, welches einen wesentlichen Abschnitt über ätherische Öle beinhaltete. Er empfahl Massage für eine Reihe von Leiden und erkannte die psychologischen Wirkungen von einigen ätherischen Ölen. 1928 prägte der französische Chemiker Rene Maurice Gattefosse den fachlichen Begriff „Aromatherapie", er interessierte sich für die heilenden Fähigkeiten von ätherischen Ölen nach einem Unfall, bei welchem er sich seinen Arm verbrannte und er ihn unmittelbar in ein Fass Lavendelöl tauchte, da es das Nächste in seiner Nähe war. Er war äußerst überrascht wie schnell sein Arm heilte und dass sich keine Narben bildeten. Als Folge wurde er ein Befürworter des Gebrauchs von ätherischen Ölen im Ganzen, ohne sie in ihre Bestandteile zu zerlegen. 1937 schrieb er „Aromatherapie: Les Huiles essentielles hormones vegetales", welches noch heute gedruckt wird.

todayIn den 1940ern entwickelte die österreichische Biochemikerin Marguerite Maury die Verwendung von ätherischen Ölen in einer Massage. Sie befürwortete auch persönliche Verschreibungen, begründend auf den psychologischen und physischen Umständen. Sie schrieb das Buch „Das Geheimnis der Jugend" und in den 50ern lehrte sie in vielen Bereichen Englands. Zur gleichen Zeit begann Dr. Jean Valnet, ein französischer Arzt, ätherische Öle bei der Behandlung von Wunden von verletzten Soldaten im 2. Weltkrieg zu benutzen. Er erkannte die Fähigkeiten ätherischer Öle für die Behandlung von medizinischen und psychiatrischen Erkrankungen und veröffentlichte seine Entdeckungen 1964 in dem Buch „The Practice of Aromatherapy", obwohl viele seiner Aufzeichnungen auf die Anwendung von Heilkraut hinweisen und nicht von ätherischen Ölen. Heute besteht ein wachsendes Interesse am Gebrauch von natürlichen Produkten, einschließlich ätherischen Ölen, für den therapeutischen, kosmetischen und aromatischen Nutzen.

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